Es gibt viele Parallelen zum
freimaurerischen Weg. Einige habe ich angetönt.
Ich glaube jedoch, dass jeder, seinem Erkenntnisstand entsprechend, weitere
Übereinstimmungen
erkennen wird.
Vielleicht scheint die Freimaurerei in
dieser Zeichnung etwas zu kurz gekommen zu sein zu Gunsten der
Psychologie. Aber wenn wir uns heute ernsthaft mit Symbolik und
symbolischen Dingen beschäftigen wollen, kommen wir um die Psychologie
nicht mehr herum. Wobei ich als Psychologie nur diejenige von C.G. Jung
und seinen Nachfolgern gelten lasse. Die meisten anderen psychologischen
Ansätze sind "Psychologismus" und führen nirgendwohin. Die archetypische
Psychologie von C.G. Jung kann jedoch ein Schlüssel liefern zum
Verständnis all dieser merkwürdigen Sinnbilder und Legenden die uns
überliefert wurden.
Ein vom freimaurerischen Standpunkt
speziell schönes Bild habe ich mir noch aufgespart, nämlich ein Rebis
(also ein Symbol des Lapis) mit den freimaurerischen Symbolen Winkel und
Zirkel.
Vergleichen wir nun dieses Bild mit
einem weitaus älteren aus der chinesischen Kultur, dann haben
wir darin wieder einen schlagenden Beweis für die archetypische Natur
dieses Symbols.
Niemand wird leugnen können, dass
alles Geschehen das man als esoterisch oder religiös bezeichnet, nur
mittels der Seele und für die Seele erfolgt. Jeder Erkenntnisvorgang
ebenfalls. Insofern ist es nahe liegend, sich eingehender mit dem
Rüstzeug der Wissenschaft mit diesem "Gegenstand" zu beschäftigen.
Unerklärlich ist einzig, weshalb man
sich nicht schon längst weltweit intensiv damit beschäftigt, so wie man
in anderen Bereichen der Wissenschaft forscht.
Bei genauerer Betrachtung ist dies
allerdings wieder nur zu verständlich. Eine Beschäftigung mit der Seele
die über ein rein intellektuelles Spiel hinausgeht, stellt Forderungen
an den Forscher, denen er lieber ausweicht. Die Seele kann eben kaum
objektiviert werden. Die Seele ist immer auch die eigene Seele. Und dem
Blick in das eigene Innere weicht man gerne aus.
Man will seinen Pelz waschen, ohne ihn
nass zu machen. Psychologie ist ganz interessant, solange man dadurch
etwas über andere erfährt. Wenn man dann merkt, dass es auch einen
selbst angeht, steigt Mancher wieder aus. Man spürt, dass man sich da
auf etwas einlässt, das einen selbst verändern könnte.
Alle Beschäftigung mit Psychologie,
Esoterik, Religion und ähnlichen Heilswegen, ja auch mit Freimaurerei,
hat aber nur dann einen Sinn, wenn man sich einlässt auf eine Fahrt in
die eigene Seele, wohlwissend, dass man dann nicht der bleiben kann, der
man ist.
Dies ist der wahre Grund, weshalb
viele die Tiefenpsychologie ablehnen, mögen auch andere Gründe dabei
vorgeschoben werden. Dadurch, dass ich ein Geschehen psychoanalytisch
angehe, leugne ich ja deswegen keineswegs dessen metaphysische
Wirklichkeit. Ich setze dabei lediglich voraus, dass es auch meine Seele
etwas angeht, d.h. in meiner Seele Eindrücke und Spuren hinterlässt, die
bis zu einem gewissen Grad einem philosophischen Erkenntnisvorgang
unterzogen werden können. Wenn ich dabei richtig vorgehe, kann ich
dabei die dahinter liegende transzendente Wirklichkeit um so besser
erfassen und erkennen, wohl wissend, dass auch die psychoanalytische
Sprache nur Metaphern bietet. Auf einen kurzen Nenner gebracht, ist das
Ziel jedes Werkes und jedes Weges die über rein irdische Ziele
hinausführen die Vereinigung der Gegensätze, insbesondere desjenigen
zwischen Mann und Frau, in sich selbst wie es sehr schön auch dieses zeigt.

Zum Schluss nochmals ein Zitat von
C.G. Jung aus "Psychologie der Übertragung":
"Naturwissenschaft"
(Jung meint hier auch seine Psychologie) "ist keine Wissenschaft von
Wörtern und Begriffen, sondern von Tatsachen. Ich versteife mich auf
keine Terminologie; ob man die vorkommenden Symbole als Ganzheit,
Selbst, Bewusstsein, höheres Ich oder etwas dergleichen bezeichnet, tut
wenig zur Sache. Ich bestrebe mich nur, keine falschen oder
irreführenden Namen zu geben. Aber alle diese Termini sind und bleiben
nichts anderes als Namen für die Tatsachen, die einzig Gewicht haben.
Meine Namengebungen bedeuten keine Philosophie, obschon ich niemand
daran hindern kann, diese terminologischen Schemen anzubellen, wie wenn
sie Setzungen wären. Die Tatsachen an sich genügen, und es ist gut darum
zu wissen. Ihre Deutung sei dem subjektiven Ermessen des Einzelnen
anheim gestellt."
Mit diesem Zitat, dass alles sagt,
und mit der Mahnung: "Tua res agitur". (Dich geht es an!) komme ich zum
Schluss. Ganz zum Schluss noch ein Bild eines
Androgyns, das eine sehr weitgehende Integration und Vereinigung
manifestiert. Keine Tiere sind mehr zu sehen. Der Androgyn hält Sonne
und Mond in den Händen, d.h. er beherrscht sie. Nur die beiden Köpfe
weisen noch auf einen letzten Rest von verbleibender Gegensatzspannung
hin.